04.10.2017

SKM-Jungen- und Männertat in Neuss

Männer haben keine Probleme. Und Männer machen keine Probleme. Meinen jedenfalls viele Männer selbst. Eben deswegen hat sich Sozialarbeit viele Jahre lang vorzugsweise mit Mädchen und Frauen befasst. Der katholische Fachverband SKM arbeitet schon seit vielen Jahren daran, genau das zu ändern. In Neuss, wo ein Großteil dieser Arbeit begonnen hat, fand jetzt der 3. Jungen- und Männertag des SKM statt. Aktuelles Thema: Interkulturelle Männerarbeit.

Erfolgreiche Sozialarbeit ist deswegen erfolgreich, weil sie sich vor schwierigen Fragen nicht drückt. Das wurde auch bei dieser Tagung deutlich. Gerade Männer mit Migrationshintergrund haben häufig ein schwieriges Frauenbild und ein entsprechend schwieriges Sozialverhalten. Natürlich nicht alle. Aber mehr als genug. Welche Gruppen gibt es da? Warum ticken die, wie sie ticken? Wie kann ich erfolgreich mit denen arbeiten? Das waren zentrale Fragen bei diesem Jungen- und Männertag. 

Und dabei wurden beide Gruppen, um die es geht, in den Blick genommen: Männer der sogenannten 3. Generation. Aber auch Flüchtlinge, die erst in den vergangenen ein, zwei Jahren nach Deutschland gekommen sind. Wie sehen erfolgreiche Projekte aus, um diese Menschen für das Thema zu gewinnen? Welche Rolle kann dabei Intervention durch Konfrontation spielen? Wo sind Möglichkeiten und wo sind Grenzen? Wissenschaftlich fundiert, aber immer wieder auch ganz praktisch diskutierten die Experten. Und ich durfte die ganze Veranstaltung moderieren.