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Journalisten haben nie Zeit

Über Stress wird heutzutage in jedem Beruf gejammert. Aber nur in wenigen Berufen ist der Stress tatsächlich so groß wie in dem des Journalisten.

Das Erscheinen der Zeitung von morgen kann eben nicht auf übermorgen verschoben werden, nur weil die Redaktion leider nicht rechtzeitig fertig geworden ist. Die Ausstrahlung einer aktuellen Radio- oder Fernsehsendung kann nicht verschoben werden. Die Tagesschau kann nicht mal fünf Minuten kürzer sein. All das hat Auswirkungen auf die Zusammenarbeit mit Journalisten.

Ein Beispiel: Das WDR-2-Mittagsmagazin dauert drei Stunden. Darin finden sich zwischen 12 und 16 Themen. Um mich auf die vorzubereiten, habe ich als Moderator drei Stunden Zeit. Und gelegentlich wandert ein fertig vorbereitetes Thema auch in den Papierkorb, weil es von der Aktualität überholt wird.

Im Klartext: Mir bleiben im Schnitt 10 bis 15 Minuten zur Vorbereitung auf jedes Thema. Zum Einlesen. Zum Schreiben der Anmoderation (der Einleitung zum Thema). Und beim Interview auch noch zur Entwicklung der Fragen und des sinnvollen Ablaufs.

Zugegeben, das ist eine Extremsituation. Aber ein Journalist arbeitet immer unter Zeitdruck. Und nie hat er für Sie soviel Zeit, wie Sie es gerne hätten.

Das ist keine Unhöflichkeit. Das ist kein Desinteresse. Sondern das sind die Arbeitsbedingungen eines jeden Journalisten.

Planen Sie also beim Kontakt diesen Zeitdruck mit ein. Jeder Journalist wird Ihnen dafür dankbar sein.