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Die Powerpoint-Falle

Kaum ein Vortrag kommt heute noch ohne Powerpoint aus. Das ist der Standard. Aber in der Mehrzahl der Fälle ist das ein ganz schlechter Standard. Deswegen halten Sie Powerpoint nicht für die Pflicht. Und wenn es denn doch eine Pflicht ist, dann machen Sie daraus eine Kür.

Kennen Sie das auch? Der Vortragende blättert zu seiner nächsten Folie um. Die ist komplett mit Text vollgeschrieben. Und dann beginnt ein munteres Wettlesen. Jeder der Zuhörer versucht, schneller als der Vortragende fertig zu sein. Zuhören tut bei diesem Wettbewerb niemand mehr.

Wenn Sie alles, was Sie sagen wollen, auf die Folien schreiben, warum halten Sie dann überhaupt noch einen Vortrag? Dann könnten Sie die Folien doch auch per Mail verschicken und sich und den anderen viel Zeit ersparen.

Ein Powerpoint-Vortrag überzeugt nur dann, wenn sich Redner und Folien ergänzen. Wenn die Folien etwas bieten, was Sie nicht bieten. Und wenn Sie etwas bieten, was die Folien nicht hergeben. Das heißt aber auch, dass die Folien auf einen Blick verständlich sein müssen.

Kurze, knappe, vor allem wenige Sätze sind ein Muss. Übersichtliche, leicht verständliche Grafiken eine Pflicht. Und vor allem: Beschränken Sie sich auf möglichst wenige Folien. Die Zuhörer müssen auf die jeweils nächste gespannt sein und nicht denken: „Hey, der hat ja jetzt schon seit 30 Sekunden nicht weiter geblättert!"

Das alles bedarf guter Vorbereitung, präziser Überlegung und macht einige Arbeit. Aber die zahlt sich aus.

Ich hab mal einen Vortrag erlebt, wo der Redner sagte: „Nehmen wir mal das größte Unternehmen der Welt. Auf allen Kontinenten vertreten. Mit Niederlassungen in fast allen Städten und Orten. Mit Millionen von Mitarbeitern. Mit Milliarden von Kunden. Mit einer Botschaft. Mit einem spannenden Angebot."

Und je länger er redete, desto mehr wuchs die Spannung. Wen meint der? Wovon redet der? Am Ende kam die Pointe: „Und schauen wir uns mal den Vorstandsvorsitzenden dieses Unternehmens an!" Erst da wurde zur nächsten Folie umgeblättert. Und die zeigte nur ein einziges Foto. Einen einzigen Menschen. Den Papst.

Das ist effektiver Powerpoint-Einsatz. Das müssen Sie erreichen.

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