23.10.2018

Kevin allein zu Hause

Nein, hier geht es nicht um Fußball. Hier geht es um Kommunikation. Aber was wäre Fußball ohne Kommunikation? Und wie schwer muss die Aufgabe von Bundestrainer Joachim Löw gewesen sein, seine Entscheidung, Kevin Kuranyi nicht mit zur Fußball-WM zu nehmen, so zu begründen, dass Fußball-Deutschland keinen Aufstand macht?

Ausgerechnet die beiden, die sich doch so gar nicht mögen, haben plötzlich alles richtig gemacht. Jedenfalls in Sachen Kommunikation. Löw hat erst Kuranyi angerufen, und dann hat der DFB die Öffentlichkeit informiert. Schon das ist eine wichtige Lehre. Erst die Betroffenen informieren, dann den Rest der Nation einweihen. Wird bei anderen Gelegenheiten gerne vergessen.

Dann eine Begründung finden, gegen die keiner so richtig was sagen kann. Kuranyi gilt, so Löw, jetzt auch bei ihm wieder als rehabilitiert. Nur mitnehmen will er ihn nicht nach Südafrika. Weil der Fußball-Star in Spitzenform nicht ins Gesamtkonzept passt. Da keiner so genau weiß, wie das eigentlich aussieht, kann man wenig dagegen sagen. Clever jedenfalls, Kuranyi erst wieder zum netten Kerl zu erklären und erst dann die Tür doch wieder zu schließen.

Und schließlich Kuranyi selbst: „Das ist eine Entscheidung des Bundestrainers, die ich akzeptiere und respektiere." Lauter Erwachsene, die wissen, wie man miteinander umgeht. Auch wenn es einige Zeit dazu gebraucht hat.

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