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19.11.2018

Eine Frage der Wahrnehmung

Die Deutsche Bank ist sehr erfolgreich. Und ihr Chef Josef Ackermann hat in der breiten Öffentlichkeit einen verheerenden Ruf. Trotzdem ist der Kommunikationschef der Bank jetzt zum „PR-Manager des Jahres“ gekürt worden. Wie bitte?

Die beiden hatten sich bei der Feier aus diesem Anlass richtig lieb. „Ein PR-Chef kann nur so gut sein wie sein Chef. Und ich bin der Meinung, dass ich einen herausragenden Chef habe", sagte er ausgezeichnete Stefan Baron, übrigens früher lange Jahre Chefredakteur der Wirtschaftswoche. Und Josef Ackermann nannte Baron im Gegenzug einen Glücksfall für die Bank.

Haben die etwa eine gestörte Wahrnehmung? Kriegen die die öffentliche Kritik nicht mit? Die Unzufriedenheit der Politiker mit eigenwilligen Äußerungen Ackermanns? Das Unverständnis der Bürger? Nein, ganz und gar nicht. Die beiden wissen, was sie tun.

So zitierte Ackermann auch eine Umfrage, wonach ihn vor der Finanzkrise 60 Prozent der Bevölkerung in einem negativen Licht gesehen haben, jetzt aber nur noch 20 Prozent. Mal davon abgesehen, wer diese Umfrage gemacht hat, ist eines natürlich richtig. PR und damit Kommunikation in der Öffentlichkeit dient immer auch dem Ziel, ein Image nicht noch schlimmer werden zu lassen, als es ohnehin schon ist. Und das scheint offenbar gelungen. Und dafür gibt es am Ende sogar einen Preis.

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