16.07.2018

Die Wahrheit, die reine...

Das gehört zu Grundempfehlungen für jede gute Kommunikation in der Öffentlichkeit: Sagen Sie die Wahrheit! Wenn es denn irgend geht: Immer die Wahrheit! Nur leider wird auf die Empfehlung eher selten gehört. Vor allem Politiker haben schweres Ohrensausen.

Das ist doch mal ein spannendes Wahlergebnis in Nordrhein-Westfalen. Was sagt es eigentlich? Im Kern doch wohl das: Mutet uns bitteschön die Wahrheit zu. Wir Bürger wollen nicht vertröstet werden. Wir wissen, dass die Lage ernst ist. Wir wissen sogar, dass wir unseren Anteil leisten müssen bei der Bewältigung der schweren Krise.

Aber warum bitteschön kassiert die Bundeskanzlerin die Steuersenkungs-Versprechen unmittelbar nach der Wahl und nicht schon davor? Hat sie etwa ernsthaft gedacht, die würde noch jemand glauben? Damit seien noch Wählerstimmen zu gewinnen?

Den Menschen ist die Wahrheit zuzumuten. Und es würde dem Ansehen von Politikern nicht schaden, das endlich zu begreifen. Und bessere Öffentlichkeitsarbeit wäre es obendrein. Ja, das ist jetzt eine Sonntagsrede. Aber das muss ja auch mal sein.

PS: Mein Lieblingssatz des Wahlabends kam übrigens vom CDU-Bundestagsabgeordneten Wolfgang Bosbach, der ohne Frage eine überdurchschnittliche Begabung im öffentlichen Auftritt hat. Der sagte breit grinsend: „In der Politik geht es immer um Sachfragen. Und die wichtigste Sachfrage lautet: Was wird aus mir?"

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