23.10.2018

Schleudertrauma

Heutzutage geht alles ein wenig schneller als früher. Auch die öffentliche Meinung. Die geht so schnell hin und her, dass man gelegentlich hart am Schleudertrauma ist. Joachim Gauck zum Beispiel war bis Sonntagabend noch einer der Allergrößten im Land. Aber seitdem er für das Amt des Bundespräsidenten nominiert ist, muss er dringend ein wenig verkleinert werden.

Das ist natürlich zunächst einmal völlig in Ordnung. Jetzt wird genauer hingeschaut. Andererseits: Der Mann war ja schon einmal Kandidat. Der hat sich seitdem ja nicht komplett geändert. Und trotzdem setzt nun die große Nölmaschine ein. Übrigens gar nicht so sehr in den klassischen Medien, dafür aber umso heftiger im Internet.


Nein, das lässt sich nicht verhindern. Da muss man nur irgendwie durch, wenn man in der Öffentlichkeit steht. Und das ist die große Kunst, die dabei jeder hinbekommen muss: Genug Hornhaut zu haben, um nicht jeden Schlag zu spüren. Aber trotzdem sensibel genug zu bleiben, um berechtigte Kritik überhaupt noch wahrzunehmen. 


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