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19.11.2018

Interessante Theorie

So ganz hat sich das Außenstehenden nicht erschlossen, warum der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie in der vergangenen Woche seinen Posten zur Verfügung stellen musste. Aber Werner Schnappauf übernahm die Verantwortung dafür, dass das Protokoll mit den umstrittenen Moratoriumsäußerungen von Wirtschaftsminister Brüderle an die Öffentlichkeit gelangt war. Bei dem Jobverzicht ging es aber womöglich um viel mehr.

Marc Beise hat das in einem Kommentar in der Süddeutschen Zeitung sehr interessant dargestellt. Denn die großen Interessenverbände kriegen in letzter Zeit immer wieder Probleme mit ihren Geschäftsführern. Früher, so Beise, waren das Profis aus der zweiten Reihe. Mit allen Wassern der Bürokratie gewaschen. Mit allen Tricks der Verwaltung vertraut.

Heutzutage aber wird von den Geschäftsführern in der Welt der Mediengesellschaft noch etwas anderes verlagert. Neben erstklassigen Kontakten auch noch die elegante Außendarstellung ihrer Verbände. Und deswegen heuern die dafür immer häufiger ehemalige Politiker an. Schnappauf war mal bayerischer Umweltminister. Aber reihenweise scheitern diese Politiker an ihren neuen Aufgaben. Weil man in diesen Positionen heute beides können muss: Die Außendarstellung und die harte Alltagarbeit im Innern eines Verbandes. Der gelungene Auftritt in den Medien reicht am Ende eben doch nicht.

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