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19.11.2018

Guttenberg

Doch, da muss ich auch was zu schreiben. Ist doch klar. Und zwar zu der Frage, wie das eigentlich sein kann, dass in den Medien, von der Guttenberg-Fanpostille Bild mal abgesehen, ziemlich einhellig der Rücktritt des Bundesabschreibungsministers gefordert wird, während die Mehrheit der Bürger ihn weiterhin in ihr Herz geschlossen hat.

Dazu habe ich gerade im WDR-2-Mittagsmagazin mit dem Medienwissenschaftler Prof. Bernhard Pörksen ein Gespräch geführt, von dem das Buch „Skandal! – Die Macht der öffentlichen Empörung ist". Und dessen These geht so: Guttenberg ist es von Anfang an gelungen, sich als so eine Art Anti-Politiker zu inszenieren, etwa als er in Sachen Opel als Wirtschaftsminister mit Rücktritt gedroht hat.

Ein derart in den Köpfen der Leute verfestigtes Bild sei nur sehr schwer aufzubrechen. Und das führe dazu, dass ausgerechnet Guttenberg in ausgerechnet dieser Situation ausgerechnet von der verbreiteten Verachtung der Politiker profitiert. Gut, das war jetzt meine Formulierung.

Ach, und dann hat er noch das hier gesagt: Wenn es gelinge, einen Skandal vier bis sechs Wochen lang auszusitzen, dann sei in der Regel das Gröbste ausgestanden, weil die Meute dann weiterzieht zum nächsten Thema. Das war jetzt auch wieder meine Formulierung.

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