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19.11.2018

Ungeaignert

Das war in der vergangenen Woche eine Schlagzeile der Bild-Zeitung über Ilse Aigner, die ja als Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz für sämtliche Aspekte im aktuellen Dioxin-Skandal zuständig ist. Die Frau hat eine ganz schlechte Presse. Und sie ist selber schuld.

Die Ausgangslage für Aigner ist nicht ganz einfach. Ja, einerseits ist sie für sämtliche Aspekte irgendwie zuständig, tatsächlich aber sind ihre Kompetenzen eher begrenzt. Die liegen nämlich mehr bei den Ländern und bei der EU. Hat sie wohl auch selber gedacht und deswegen zunächst kaum agiert. Und genau das war ihr Fehler.

In einer solchen Krise müssen Politiker, aber auch Unternehmen, sofort handeln. Und wenn sie selber nicht wirklich handeln können, dann müssen sie die wirklich Zuständigen vor sich hertreiben, müssen denen Druck machen, müssen der Öffentlichkeit den Eindruck vermitteln, dass sie sich kümmern. Und eben das hat Aigner versäumt.

Vorgänger in ihrem Amt, vor allem die von den Grünen, haben vorgemacht, wie so etwas geht. Die hatten auch nicht mehr Kompetenzen. Aber niemand wäre in vergleichbaren Situationen auf die Idee gekommen, ihnen vorzuwerfen, sie würden nicht handeln. Die haben sich ruckzuck an die Spitze der Kritiker gesetzt und sahen dabei deutlich besser aus als Aigner, die der Entwicklung verzweifelt hinterher eilt.

Deswegen gilt in solchen Krisensituationen: Blitzschnell handeln. Und wenn das leider nur verbal gehet, dann aber zumindest das und das richtig.

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