18.07.2018

Da bahnt sich was an

Oder aber: Wir verstehen nur Bahnhof. Oder aber: Die Bahn wird aus der Bahn geworfen. Ach, was gibt es für schöne Wortspiele mit der Bahn. Gerade in diesen Tagen, in denen die Bahn mal wieder massiv Prügel kriegt. Da ist es auch egal, ob die Kritik gerechtfertigt ist oder nicht.

Die Bahn kann machen, was sie will: Sie kriegt immer Ärger. Jetzt hat sie am vergangenen Wochenende auf dem Höhepunkt das Chaoswetters die potentielle Kundschaft aufgefordert, doch besser daheim zu bleiben, wenn die nicht dringend verreisen musste. Also im Klartext: Die Bahn hat das einzig Richtige getan. Und was passiert? Helle Empörung in den Medien. Wütende Kommentare. Und gerne wird dann auf den Bahnsteigen Leuten noch ein Mikrofon hingehalten, in das sie bitte jammern sollen.

Natürlich ist das ungerecht. Die längste Bahnverspätung betrug vier Stunden. Allein in Nordrhein-Westfalen haben Zehntausende von Autofahrern komplette Nächte auf den Autobahnen zugebracht. Bei allen Problemen waren wir also mit der Bahn deutlich besser bedient.

Und trotzdem kriegt die Bahn die Prügel ab. Selbst wenn sie in der Öffentlichkeit durch und durch ehrlich agiert. Sie wird kritisiert wegen der Fehler der Vergangenheit. Wegen der fehlenden Weichenheizungen. Wegen der Sparmaßnahmen. Mag ja alles stimmen.

Aber trotzdem bleibt es dabei: Manchmal hat die Kritik an der Bahn etwas von einer rituellen Handlung. Die wird durchgeführt, selbst dann, wenn sie eigentlich gar keinen Sinn mehr macht. Da möche man mit den Öffentlichkeitsarbeitern der Bahn nicht tauschen.

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