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19.11.2018

Krawall hilft - aber wem?

Es gibt eine absolut sichere Methode, von den Medien wahrgenommen zu werden. Man muss nur ein wenig Krawall machen. Der bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer macht das derzeit jede Woche mit einem anderen Thema vor. Aber wem hilft er damit eigentlich?

Zunächst einmal ganz platt uns Journalisten. Er füllt uns das Programm. Er füllt uns die Zeitungen. Allerdings zunehmend nicht mit Inhalten, nicht mit seiner Meinung zur Wehrpflicht, nicht mit der zur Zuwanderung, nicht mit der zur möglichen Abkehr von der Rente mit 67 – sondern mehr und mehr mit der Frage, was das bitteschön eigentlich soll. Was diesen Mann antreibt und umtreibt. Und auch mit der Frage, ob das alles und damit auch er selber überhaupt noch ernst genommen werden kann.

Ja, Horst Seehofer weiß, wie man die Schlagzeilen beherrscht. Aber das darf ja nicht das einzige Ziel sein. Man muss damit noch etwas anderes verbinden. Was dieses andere ist, weiß man bei Seehofer aber kaum noch zu sagen. Und inzwischen zeigen sich ja sogar seine eigenen Parteifreunde zunehmend genervt und wollen das Spielchen nicht mehr mitspielen.

Bei der Wehrpflicht konnte er sich nicht durchsetzen, bei der Zuwanderung schütteln die Experten den Kopf und bei der Rente setzen sich selbst CSU-Politiker von ihm ab. Aber immerhin eins hat Seehofer erreicht: Er hat uns gezeigt, dass man jederzeit in die Medien kommen, ohne damit wirklich etwas zu erreichen.

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