16.07.2018

Unparitätisch paritätisch

Jetzt wird wieder heftig gestritten in Sachen Hartz IV. Und es kommen die Experten und Interessenvertreter zu Wort. Einer ist dabei auf allen Kanälen, in allen Blättern. Und das ist er immer, wenn es um soziale Fragen in diesem Land geht. Dr. Ulrich Schneider. Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Wie macht der Mann das bloß?

Natürlich ist es für Journalisten eine Selbstverständlichkeit, in einer solchen Situation Vertreter der Wohlfahrtsverbände zu fragen. Aber in der Öffentlichkeit kann man seit langem den Eindruck haben, dass es davon in Deutschland nur einen gibt und dieser Verband auch nur einen Vertreter hat: Ulrich Schneider.

Was bitte ist eigentlich mit der viel größeren Caritas? Oder mit der Diakonie? Oder der Arbeiterwohlfahrt? Die leisten auch verdienstvolle Arbeit. Die haben auch etwas zum Thema zu sagen. Aber in den Medien kommt ganz unparitätisch fast immer nur der Chef der Paritäter zu Wort.

In jahrelanger Kleinarbeit hat sich Schneider das aufgebaut. Er stand immer zur Verfügung. Er zögerte nie, seine Meinung zu formulieren. Zur Not gerne auch etwas pointierter als die anderen. Er war und ist erreichtbar. Geht keinem Mikrofon aus dem Weg. Und hat sich so eine absolute Sonderstellung erarbeitet. Eine, auf die die Präsidenten und Geschäftsführer der anderen Verbände gerne auch mal neidisch sind.

Dabei müssten sie die erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit von Ulrich Schneider nur nachmachen.

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