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19.11.2018

Der Facebook-Schock

Die Welt ist heutzutage ein einziger Kontakthof. Und wer draußen steht, der fragt sich ständig, ob er nicht auch dabei sein muss. Geht mir genauso. „Ich? Facebook? Niemals!“ So habe ich das bis jetzt gesehen. Aber dann habe ich mich doch breitschlagen lassen. Kost ja nix. Jedenfalls kein Geld. Und jetzt komme ich aus dem Staunen nicht mehr raus.

Ich bin nur Mitglied geworden. Ich habe nur meinen Namen eingestellt. Und meinen Wohnort. Und ein Foto. Und sonst nix. Ich habe nicht geschrieben, dass ich Journalist bin. Nicht damit geprahlt, für wen ich schon alles gearbeitet habe. Nicht erzählt, wen ich alles kenne. Nicht einmal den WDR habe ich erwähnt. Wie gesagt: Name, Wohnort, Foto. Feierabend.

Daraufhin bekam ich unmittel danach von Facebook potentielle Freunde vorgeschlagen. Jetzt mal davon abgesehen, dass ich inzwischen in einem Alter bin, in dem man mit dem Wort Freunde etwas vorsichtiger und zurückhaltender umgeht, ist mir die Kinnlade ziemlich runtergefallen.

Denn unter den ersten zehn potentiellen Freunden waren sieben Leute, die ich tatsächlich persönlich kenne. Woher weiß Facebook das? Und muss ich mich jetzt fürchten? Denn der Verfassungsschutz, den mancher von uns in wilden Jugendzeiten gefürchtet hat, war ja offenbar im Vergleich dazu geradezu miserabel informiert. Schöne neue Welt. Oder vielleicht ja doch nicht. Jedenfalls die, in der wir leben und arbeiten müssen. Sollten wir gelegentlich dran denken. Gerade dann, wenn wir uns mit Öffentlichkeit und Öffentlichkeitsarbeit beschäftigen.

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