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Eigenlob stinkt

Ja natürlich müssen wir in der komplizierten Arbeitswelt von heute immer auch ein wenig Werbung für uns selbst machen. Das gehört dazu. Das ist aber nicht ganz einfach. Denn viele Menschen meinen, erstens sei Eigenlob die beste Werbung und zweitens könne man sich selber gar nicht genug anpreisen. Das wird dann schnell peinlich. Schließlich haben wir doch eigentlich schon in unserer Kindheit gelernt, dass Eigenlob stinkt.

Und im Internet stinkt es gewaltig. Da schwärmen viele Menschen von sich selbst. Da nennen die sich nicht nur Experten, sie nennen sich gleich Top-Experten. Mag ja sein, dass sie das wirklich sind. Aber indem die laut rufen, erarbeiten sie sich noch lange keinen guten Ruf. Sie werden dann allenfalls als jemand berühmt, der eben sehr laut ruft. Überlassen Sie das Lob lieber anderen.

Und es stinkt nicht nur. Es brennt auch lichterloh. Reihenweise brennen da Menschen für Ihren Job, die sind geradezu Feuer und Flamme. Und sie machen viel Rauch um nichts. Aber Hauptsache, die Leute lieben es, den Rauch zu machen. Denn das ist eine weitere dieser Eigenlob-Formulierungen, die man bei Twitter und Facebook und LinkedIn und Xing und wo auch immer findet.

„Ich liebe es, den Kram zu machen, den ich eben mache.“ Wie heißt der legendäre Satz von Bundespräsident Gustav Heinemann? Auf die Frage, ob er Deutschland liebe, hat er das hier gesagt: „Ich liebe meine Frau.“ Und das reicht auch völlig aus.

Gucken sie mal genau hin, wer da kräht. Dann werden Sie schnell feststellen: Je lauter sich jemand anpreist, desto weniger hat er in der Regel zu bieten.

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