Wozu überhaupt Kommunikation?

Viele Menschen und vor allem viele Organisationen operieren gerne nach der Devise: „Lieber nichts machen, bevor wir etwas falsch machen!“ Und dort, wo es um Kommunikation geht, heißt das dann: „Lieber nichts sagen, bevor wir etwas Falsches sagen.“ Nur dummerweise geht das gar nicht: Nichts sagen.

Es ist inzwischen der abgedroschendste, aber es ist bis heute zugleich der wichtigste Satz der Kommunikationswissenschaft. Der des österreichischen Psychotherapeuten und Kommunikationswissenschaftlers Paul Watzlawick.

Und der geht so: „Man kann nicht nicht kommunizieren!"

Nein, da steht nicht ein „nicht" zuviel. Der Satz ist genau so gemeint, wie er da steht. Und genau so ist er auch richtig. Nur machen wir uns das häufig nicht wirklich klar.

Und natürlich wird jetzt jemand entgegnen: „Natürlich kann ich nicht kommunizieren. Zum Beispiel dann, wenn ich ganz alleine in meinem Zimmer sitze." Aber das stimmt nicht. Wir können nicht sprechen. Aber kommunizieren tun wir trotzdem. Auch dann, wenn sonst niemand da ist. Denn auch dann senden wir an alle die, die nicht da sind, eine Botschaft aus: „Ich rede nicht mit Dir! Ich rufe Dich nicht an! Ich denke nicht an Dich! Ich will meine Ruhe haben!"

Deswegen ist es in einer Krise auch völlig falsch, das zu machen, was manche Leute so beschreiben: „Die Schotten dicht!" Das geht nicht. „Augen zu und durch" funktioniert nicht. Und „Mund zu und durch!" geht auch nicht. Wir kommunizieren immer. Wir senden immer eine Botschaft aus.

Und wenn das so ist, dann sollten wir darüber vielleicht ein wenig nachdenken. Wenn wir schon immer kommunizieren, dann lohnt es sich auch, das richtig zu machen.

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