Wie lang sollte eine Podiumsdiskussion dauern?

Kaum eine größere Veranstaltung kommt ohne eine Podiumsdiskussion aus. Das macht auch Sinn. Denn noch immer bietet die die beste Gelegenheit, möglichst viele Menschen mit möglichst unterschiedlichen Positionen zu Wort kommen zu lassen und ein Gespräch über genau diese Unterschiede zu führen. Aber wie lange sollte eine solche Runde dauern?

Meist gibt es eine Menge zu bereden. Und das braucht natürlich Zeit. Oft aber wird für eine Podiumsrunde viel zu viel Zeit angesetzt. Das ist doppelt schlecht. Zum einen erschöpft die Runde selbst schon Teilnehmer und Zuhörer. Und dann kommt noch hinzu, dass solche Runden ja gerne am Ende einer Veranstaltung stehen, also zu einem Zeitpunkt stattfinden, an dem es viele Menschen im Saal ohnehin schon in den Feierabend drängt.

Natürlich hängt die Länge vom Thema ab, vom Gesprächsstoff. Aber keine Podiumsdiskussion kann alle Gesprächspartner zu allen Unterpunkten in aller Ausführlichkeit zu Wort kommen lassen. Damit wird keinem ein Gefallen getan. Zumal eine solche Diskussion in der Regel ja auch gar nicht dem Ziel dienen soll, allgemeine Einigkeit herzustellen, sondern im Gegenteil Anregungen für die weitere Arbeit zu geben. Eben auch möglichst unterschiedliche Anregungen.

Deswegen muss ein Podium auch nicht in epischer Breite und Hollywood-Spielfilm-Länge stattfinden. Die gerne angesetzten zwei Stunden sind fast immer zu lang. Selbst die noch üblicheren anderthalb Stunden machen nur in wenigen Ausnahmefällen Sinn.

Was dagegen überraschenderweise viel mehr Sinn macht, ist ein gewisser Zeitdruck für die Diskussion. Gerade wenn die Teilnehmer wissen, dass nicht endlos Zeit ist, kommen sie meist umso schneller auf dem Punkt. Das gibt ihnen eine größere Konzentration und dem Gespräch eine größere Dichte und Intensität. Häufig reichen 60 bis 75 Minuten völlig aus. Ja, bei manchen Themen tun es sogar 45 Minuten.

So kommt keine Langeweile auf. Und am Ende wundern sich alle, wie viel in kurzer Zeit besprochen werden kann.