Wie lang sind 30 Sekunden?

30 Sekunden sind kurz. Verdammt kurz. Deswegen versetzen sie fast jeden in Angst und Schrecken, der gesagt bekommt, dass die Durchschnittslänge einer Antwort in einem Interview genau das ist: 30 Sekunden. Gut, mal ein bisschen mehr, mal ein bisschen weniger. Aber im Schnitt 30 Sekunden. Nur: Sie glauben gar nicht, was Sie in denen alles sagen können.

Nehmen Sie sich eine Stoppuhr und üben Sie ein wenig. Und zwar am besten zunächst nicht mit Fachfragen. Nicht mit möglichen Fragen zu Ihrem Spezialgebiet. Nicht einmal mit den ganz naheliegenden Fragen, die Ihnen mit großer Wahrscheinlichkeit in einem Interview tatsächlich gestellt werden.

Fangen Sie besser mit dem Wetter an. Warum?

Weil Sie beim Wetter ohne Hintergedanken reden. Nicht gleich Ihr komplettes Fachwissen unterbringen wollen, Ihr Expertentum unter Beweis stellen. Nein, beim Wetter, da haben wir alle was zu sagen, da haben wir immer eine Menge zu reden, da fällt uns jederzeit etwas ein.

Versuchen Sie es mal: Wie fanden Sie eigentlich den harten Winter? Stoppuhr drücken und losreden. Und schon werden Sie feststellen, dass Sie in 30 Sekunden problemlos ein paar Erinnerungen an das Schneechaos unterbringen können, daran, wie Sie die Winterreifen zu spät aufgezogen haben, daran, wie in Ihrer Straße nicht gestreut worden ist und auch daran, wie toll Sie das Wetter am Wochenende fanden und wie ärgerlich unter der Woche, wenn Sie zur Arbeit mussten.

Das alles geht ganz einfach. Und das alles hilft Ihnen dabei, die Angst vor den 30 Sekunden abzubauen.

Was halten Sie eigentlich vom Comeback von Michael Schumacher?

Wer fährt besser Auto – Männer oder Frauen?

Soll die Bundeswehr raus aus Afghanistan?

Und was war eigentlich Ihr schönstes Geburtstagsgeschenk und warum?

Üben Sie mit solchen Fragen. Und dann kommen Sie zum eigentlichen Thema. Dann, wenn Sie gelernt haben, dass Sie in 30 Sekunden viel mehr sagen können als Sie bisher gedacht haben.

Mehr über...
Tipps, Interviews,