Wie gestalte ich mein Redemanuskript?

Mancher mag das für eine merkwürdige Frage halten. Ich schreibe einen Vortrag. Und dann drucke ich ihn aus. Und dann nehme ich ihn mit. Und dann trage ich ihn vor. Vorausgesetzt natürlich, ich kann am Rednerpult das, was ich ausgedruckt habe, auch tatsächlich noch lesen. Hier geht es um Handwerk. Und Handwerk ist für Mundwerk eine ganz wichtige Voraussetzung.

In der Regel sitze ich vor einem Blatt Papier. Auch dann, wenn ich meinen Redetext noch einmal in Ruhe am Schreibtisch kontrolliere. Wenn ich aber einen Vortrag halte, dann sitze ich nicht mehr. Dann stehe ich. Und dadurch verändert sich die Entfernung zum Blatt ganz deutlich.

Wenn Sie also keine Adleraugen haben (und wer hat die schon?), dann sollten Sie den Vortragstext etwas größer ausdrucken als Sie das sonst bei Texten tun. Üblich sind ja etwa bei Briefen meist Schriftgrößen von 12-Punkt. Für Vorträge empfiehlt sich eher 14-Punkt. Aber das hängt von Ihren ganz persönlichen Bedürfnissen ab. Die sollten Sie vorher prüfen.

Außerdem muss der Zeilenabstand mindestens anderthalb-zeilig sein, besser sogar zwei-zeilig. Letzteres sieht zwar eher ungewohnt aus, verringert aber deutlich die Gefahr, dass Sie zwischen den Zeilen hängen bleiben und noch einmal mit der beginnen, die Sie schon gelesen haben.

Ein etwas größerer Rand ist ebenfalls hilfreich, dann nämlich, wenn Sie kurzfristig noch ein paar handschriftliche Ergänzungen anbringen wollen. Und noch mehr: DIN-A-5-Blätter quer sind übersichtlicher als DIN-A-4-Blätter und ermöglichen es Ihnen, sich noch mehr ganz auf das zu konzentrieren, was Sie in diesem Moment sagen wollen.

Letzter Tipp: Jede Seite Ihres Manuskripts sollte mit einem Punkt enden, also mit einem vollständigen Satz. Umblättern mitten im Satz lenkt ab und hemmt oft obendrein den Redefluss.

Wie gesagt: Handwerk hilft dem Mundwerk.

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