Vermeiden Sie Monologe

Ein Interview ist kein Vortrag. Ein Interview ist ein Gespräch unter besonderen Rahmenbedingungen. Und es ist ein Gespräch unter einem besonderen Zeitdruck. Trotzdem ist es ein Gespräch. Und in dem sind Monologe unerwünscht. Und glauben Sie nicht, sich durch Monologe vor kritischen Fragen schützen zu können.

Vergessen Sie nie, dass Sie das Interview nicht nur dem Journalisten geben. Sie geben es auch den Zuschauern und den Zuhörern. Die wollen informiert werden und eben nicht belehrt. Aber ein Monolog wirkt immer wie eine Belehrung. Zugleich signalisiert er aber nicht Sicherheit, im Gegenteil, er signalisiert Unsicherheit. Er zeigt nämlich, dass da jemand partout nichts gefragt werden will. Und in diesem Moment fragt sich jeder, warum das wohl so ist.

In Live-Gesprächen wird der Moderator Monologe immer unterbinden. Und er weiß, wie man das macht. Zudem hat er in der Regel das Publikum auf seiner Seite. Ein Monolog verschärft also eine Gesprächssituation nur. Und zwar in der Regel unnötig. Die nachfolgenden Fragen werden meist kritischer als zunächst geplant. Sie tun sich also mit einem Monolog nie einen Gefallen.

Auch nicht, wenn es sich nur um ein Interview handelt, von dem klar ist, dass von ihm nur einzelne Aussagen in einem Bericht verwendet werden sollen. Solche Berichte sind häufig nicht länger als drei Minuten, oft sogar noch kürzer. In diesem Bericht informiert der Journalist zu einem Thema und lässt Sie und womöglich auch noch andere Gesprächspartner zu Wort kommen. Das heißt: Von Ihnen werden kurze, knappe Aussagen gebraucht. Nur wenn Sie in der Lage sind, die auch tatsächlich zu liefern, haben Sie überhaupt eine Chance, in dem Bericht berücksichtigt zu werden. Monologe bergen deswegen sogar das Risiko, dass Sie in dem fertigen Bericht am Ende überhaupt nicht mehr zu Wort kommen. Weil Sie den Rahmen gesprengt hat. Und weil es ein anderer womöglich besser gemacht hat als Sie.

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