Kein Gedränge auf dem Podium

Podien für Diskussionsrunden werden häufig nicht nach Qualifikation gefüllt, sondern nach Amt und Würden. Am Ende sind dann zwar alle wichtigen Menschen vertreten, tatsächlich aber gucken sie dann oft betreten, weil kaum jemand zu Wort kommt.

Mein persönlicher Rekord steht bei 15 Teilnehmern. 15 Menschen, die sich in einer Diskussionsrunde drängelnden, die ich zu moderieren hatte. Und natürlich sollte jeder zu Wort kommen. Ach ja, und irgendwie miteinander ins Gespräch kommen sollte die Meute auch noch. Das geht natürlich nicht.

Sicher: Je wichtiger eine Veranstaltung, desto schwieriger wird die Zusammensetzung eines Podiums. Wenn Herr x dort sitzt, dann muss unter allen Umständen Frau Y auch dabei sein. Wenn die Arbeitsgeber vertreten sind, dann gehören die Gewerkschaften dazu. Immer wieder gibt es da Sachzwänge.

Aber tatsächlich soll in einer Diskussionsrunde ja diskutiert werden. Und das geht nur bis zu einer bestimmten Größe. Selbst wenn Sie für eine solche Runde fünf Stunden Zeit hätten (was das reine Grauen wäre), könnten Sie die mit 15 Teilnehmern nicht sinnvoll bestreiten, weil jeder nur alle halbe Stunde drankommen würde. Wenn überhaupt.

Auf dem idealen Podium sitzen neben dem Moderator vier Teilnehmer. Das garantiert ein lebhaftes Gespräch, einen sinnvollen Austausch, einen halbwegs logischen Ablauf im Spannungsbogen der Diskussion. Fünf geht auch noch. Aber sechs Gesprächspartnern geht es bergab. Und mit jedem weiteren wird das Scheitern der Runde umso sicherer.

Deswegen überlegen Sie genau, wie sich das Podium zusammensetzen sollte. Und vergrätzen Sie lieber einen Vertreter, der es am Ende nicht nach oben schafft, als einen ganzen Saal voll Menschen, die angesichts einer wirren Runde nur noch den Kopf schütteln.

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