Ich - und warum ich das Wort benutzen sollte

Man kann das gar nicht oft genug sagen, dass man doch eigentlich wissen müsste, dass man das Wort „man“ dann vielleicht doch besser nur in begründeten Ausnahmefällen benutzen sollte, weil man sonst ganz und gar von dem ablenkt, der da eigentlich redet, nämlich nicht man, sondern ich.

Mal ehrlich, welcher Satz gefällt Ihnen besser?

Dieser hier: „Man findet, dass man in Vorträgen das Wort man benutzen sollte"?

Oder doch vielleicht dieser hier: „Ich finde, dass ich in Vorträgen das Wort ich benutzen sollte"?

Gut, bevor es einer zu genau nimmt: Ganz korrekt müsste es natürlich „Ich finde, dass man in Vorträgen das Wort ich benutzen sollte" heißen, weil ich schließlich nicht alle Vorträge weltweit selber halte.

Aber jetzt ernsthaft: Gerade dann, wenn es grundsätzlich wird und besonders wichtig ist, haben wir die Neigung uns abzusichern. Und das tun wir gerne durch Verallgemeinerungen. „Man sagt – man findet – man meint". Was sagt man damit? Das man sich nicht traut, „ich" zu sagen. Oder noch deutlicher: Das derjenige, der so redet, nicht wirklich zu dem steht, was er da redet.

Sie stehen dort als Person. Sie sind für den Vortrag ausgesucht worden, weil Sie mehr als andere von dem Thema verstehen. Sie reden vor anderen Menschen, weil die hoffen, dass gerade Sie ihnen mehr sagen können als „man". Dann tun Sie es auch und schrecken nicht vor dem Wort „Ich" zurück.

Dann stehen Sie da nicht nur als Person. Dann reden Sie als Person. Dann sind Sie eine Person. Eine die von ihren Erfahrungen redet. Die Zuhörer wissen so etwas zu schätzen. Und außerdem: Vom „Ich" ist es nur ein ganz kurzer Schritt zum „Wir". Und auch darum geht es schließlich bei jedem Vortrag.

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