Hilfe - ich schwitze!

Eine Fernsehkamera ist gnadenlos. Sie nimmt Sie ins Visier. Sie zeigt Sie in all Ihrer Schönheit. Und sie zeigt all Ihre Probleme. Zum Beispiel dann, wenn Sie unter den gleißenden Scheinwerfern im Fernseh-Studio ins Schwitzen geraten. Und dann?

Üblicherweise sind Fernsehstudios ordentlich gekühlt. Gerade weil es so heiß werden kann. Und daran sind oft nicht einmal die Fragen des Moderators schuld. Da reicht die Hitze der Scheinwerfer gepaart mit Ihrer Aufgeregtheit in der ungewohnten Situation völlig aus.

Im Bundestagswahlkampf 2009 gab es eine Fernsehsendung mit SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier. Bürger durften ihn befragen. Und Steinmeier antwortete. Und Steinmeier schwitzte. Er schwitzte abenteuerlich. Das Wasser stand ihm auf der Stirn. Es suppte in die Augen. Es tropfte auf die Jacke.

Ich habe keine Erinnerung an das, was Steinmeier gesagt hat. Ich kann mich nur an das Schwitzen erinnern und daran, wie ich mich gefragt habe, was er jetzt machen würde. Den Schweiß abwischen? Die Jacke ausziehen? Aber er entschied sich anders. Er beschloss, sein Schwitzen einfach zu ignorieren. Offenbar in dem Glauben, wenn er es ignorieren würde, dann würden es die Zuschauer auch tun. Was natürlich Quatsch war.

Wenn Sie in einem Studio schwitzen, dann tun Sie nicht so, als würden Sie gar nicht schwitzen. Es ist menschlich. Jeder versteht es. Jedenfalls dann, wenn Sie dazu stehen. Tupfen Sie sich den Schweiß ab (nicht wischen, das verschmiert die dicke Fernsehschminke!) und garnieren Sie die Situation mit einem freundlichen Satz: „Ganz schön heiß hier!" oder „Heizen Sie mir ein oder sind das nur die Scheinwerfer?" oder auch „Sie müssen hier aber ganz schöne Heizkosten haben!"

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