Ein Pressesprecher muss auch etwas zu sagen haben

Gut, wenn der Chef die Pressearbeit selber macht, dann muss er sich keine Genehmigung holen. Dann ist er selbst verantwortlich. Aber nicht jeder Chef hat Ahnung von Presse- und von Öffentlichkeitsarbeit. Nicht jeder hat die Zeit dafür. Also macht die ein anderer. Der muss dann aber auch wirklich was zu sagen haben. Im doppelten Sinne.

Erstens: Derjenige, der die Arbeit macht, der muss sich auch im Unternehmen, im Verband, in der Organisation auskennen. Der muss bei den aktuellen Entscheidungsprozessen dabei sein. Der muss die entscheidenden Ziele kennen. Dem müssen die möglichen Konfliktpunkte bewusst sein. Der muss ein Insider sein, der in den Themen drin ist und entsprechend qualifiziert Auskunft geben kann.

Kurz: Er muss etwas zu sagen haben. Und um etwas zu sagen zu haben, muss er eine Menge wissen. Und zwar jederzeit und nicht erst als Ergebnis langwieriger Recherchen, die es erfordern, die anfragenden Journalisten immer wieder zu vertrösten.

Und zweites: Er muss auch im doppelten Sinne etwas zu sagen haben. Ein Pressesprecher, der zwar alles weiß, aber ohne Rücksprache mit dem Chef keinerlei Auskünfte geben darf, der wird nicht wirklich ernst genommen. Der tut Ihrer Seite nicht gut. Denn wozu sollte ich jemanden anrufen, von dem ich sehr schnell weiß, dass seine zentrale Aufgabe ohnehin darin besteht mich hinzuhalten?

Das bedeutet: Der Chef muss dem Pressesprecher etwas zutrauen. Und er muss ihm vertrauen. Und bei Gelegenheit muss er auch bereit sein, auf einen Rat seines Pressesprechers zu hören. Sonst wird das nichts mit der Presse- und der Öffentlichkeitsarbeit.

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