Die Kunst der Kunstpause

Wer nur selten einen Vortrag hält, der neigt dazu, durch diesen Vortrag zu rasen, immer in der Sorge, die geringste Pause berge die Gefahr, den Kontakt zur Zuhörerschaft abreißen zu lassen. Dabei ist in der Regel genau das Gegenteil richtig. Die gut eingesetzte Pause erhöht tatsächlich die Aufmerksamkeit.

Je schneller Sie reden, desto schwerer ist es, Ihnen bei Ihrem Vortrag zu folgen. Erst recht, wenn sich dann auch noch ein Gedanke in den jeweils nächsten schwurbelt und niemandem klar ist, wo der eine aufhört und der andere beginnt. Wer aber nichts versteht, der hört auch nicht mehr zu.

Deswegen sind richtig eingesetzte Pausen für den Erfolg eines Vortrages genauso wichtig, wie die Worte, die Sie sprechen. Lesen Sie sich den nächsten Satz in seinen beiden Varianten jeweils laut vor: „Für den Erfolg eines Vortrages ist es enorm wichtig, immer wieder auch kurze Pausen zu machen." Und jetzt die zweite Variante: „Für den Erfolg eines Vortrages ist es enorm wichtig, ---------------- immer wieder auch kurze Pausen zu machen."

Die kleine Pause nach dem Wort „wichtig" führt dazu, dass Ihre Zuhörer aufmerken. Was ist enorm wichtig? Worauf will der Redner hinaus? Wie geht der Satz wohl weiter? Gerade die Pause steigert die Aufmerksamkeit.

Natürlich darf das nicht künstlich erscheinen und natürlich dürfen Sie das auch nicht übertreiben. Helmut Schmidt war (und ist) der Großmeister der Kunstpause. Allerdings hat er es damit häufig derart übertrieben, dass es nicht empfehlenswert ist, das zu kopieren. Schmidt lässt man das durchgehen. Ihnen nicht.

Aber immer wieder, gerade an besonders wichtigen Stellen, kleine Pausen einzulegen, darauf sollten Sie wirklich achten. Und es ist durchaus empfehlenswert, sich darüber schon vorab Gedanken zu machen und sich an den jeweiligen Stellen ein entsprechendes Zeichen in sein Manuskript zu malen.

Und noch etwas: Eine Kunstpause muss man sich trauen. Das heißt eben auch, dass Sie damit Selbstbewusstsein signalisieren, dass sie dem Publikum klar machen, dass Sie wissen, was Sie tun. Und darum geht es schließlich bei jedem Vortrag.

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