Der Kneipen-Trick

Wenn Sie nicht tagtäglich Interviews geben, dann wird das immer eine ungewohnte Situation für Sie bleiben, eine, die mit Anspannung verbunden ist, eine, bei der Sie sich (jedenfalls dann, wenn es ums Fernsehen geht) wegen des technischen Aufwands unwohl fühlen werden. Gehen Sie stattdessen doch lieber in die Kneipe.

„Was soll das denn für ein Tipp sein?" werden sich jetzt viele von Ihnen fragen. Nein, keine Sorge, Sie sollen nicht vor dem Interview türmen. Sie sollen sich auch keinen Mut antrinken. Das sollten Sie übrigens wirklich niemals tun.

Sie sollten sich bei der Vorbereitung nur gedanklich in eine Kneipen-Atmosphäre versetzen. In der nämlich versagen uns so gut wie nie die Worte. Die hat nichts mit Anspannung zu tun. In der Kneipe sitzt man beisammen und erzählt. Übrigens auch gerne von seiner Arbeit, auch von den Problemen dabei, von den Herausforderungen, von den Chancen, von den neuen Ideen.

In der Kneipe gelingt uns das problemlos. Beim Interview dagegen reden wir plötzlich verschwurbelt und unverständlich. Warum? Weil wir meinen, das sei eine hochoffizielle Situation. Ist sie ja auch. Aber eine, in der Sie am besten genauso allgemeinverständlich reden wie in der Kneipe.

Und deswegen sollten Sie in Gedanken und zur Übung Ihre Antworten nicht einem einschüchternden Millionenpublikum erzählen, sondern einem guten Freund in der Kneipe. Die Millionen verstehen Sie nämlich nur, wenn Sie zu Ihnen reden wie zu einem guten Freund.

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