12.08.2013

Der Lümmel vom letzten Zitat

Da hat Barack Obama in einer Pressekonferenz aber hingelangt. Der russische Präsident Putin habe oft diese lässige Haltung, wie das gelangweilte Kind ganz hinten im Klassenzimmer. Im Klartext: Putin ist der Lümmel von der letzten Bank. Was Obama sonst noch gesagt hat? Keine Ahnung. Heutzutage geht es in der Öffentlichkeit um den einen Satz, der sitzt – oder aber böse daneben geht.

Wir haben keine Zeit. Wir haben keine Lust. Wer hört sich denn schon eine komplette Rede an? Eine ganze Pressekonferenz? Ein langes Interview? Was hängen bleibt, ist der eine entscheidende Satz. „Ich bin ein Berliner!“ hat John F. Kennedy gesagt. „Ich habe einen Traum!“ hat Martin Luther King gesagt. „Wir wollen mehr Demokratie wagen!“ hat Willy Brandt gesagt. Sätze, die hängen geblieben sind. Sätze für die Ewigkeit.


Gut, für die Ewigkeit können die wenigsten Leute formulieren. Aber eines zeigt sich immer wieder: Wir müssen auf den Punkt formulieren. Originell. Eingängig. Ja, natürlich auch zugespitzt. Nur dann bleibt von unserer Botschaft auch etwas hängen. Deswegen muss sich jeder, der in die Öffentlichkeit will, nicht nur überlegen, was er sagen will, sondern eben auch, wie er es sagen will. Und das immer wieder aufs Neue.


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