02.04.2013

Zeichen setzen!

Der neue Papst Franziskus hat inzwischen gezeigt, dass er durchaus auch sprechen kann. Aber kann irgendwer irgendeinen Satz zitieren, den der Mann gesagt hat? Eher nicht. Bis jetzt ist Franziskus ein Musterbeispiel dafür, wie man in der Öffentlichkeit sprechen kann, ohne zu reden. Durch Zeichen sprechen kann.

„Jetzt ist Schluss mit dem Karneval!“ den Satz soll er unmittelbar nach seiner Wahl im Konklave gesagt haben, als er für den ersten großen Auftritt auf dem Balkon eingekleidet wurde. Aber der Satz ist nicht wirklich verbürgt. Verbürgt ist, was alle gesehen haben: Ein neuer Papst ohne großen Pomp.


Und das ist, was die Welt verblüfft. Diese endlose Reihe von Zeichen, die Franziskus gibt und setzt. Die U-Bahn-Fahrten noch als Kardinal in Buenos Aires (natürlich mit Foto dokumentiert). Das simple silberne Kreuz. Die ausgelatschten schwarzen Straßenschuhe anstelle der roten Papst-Treter. Die gewaschenen Füße. Sogar die einer Frau! (Doch, das bedeutet in der katholischen Kirche richtig was.) Und dann der spastisch gelähmte Junge, den er an Ostern auf dem Petersplatz so eindrucksvoll in seine Arme geschlossen hat.


Nein, dieser Papst macht bisher keine großen Worte. Er regiert mit Gesten. Und das kann er richtig gut. Davon können alle lernen, zu deren Aufgaben es gehört, in der Öffentlichkeit zu agieren. Einmal mehr gilt da nämlich: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.