29.05.2013

Wahlkrampf

Öffentlichkeitsarbeit heißt Öffentlichkeitsarbeit, weil sie denjenigen, der die Öffentlichkeit erreichen will, eben dabei hilft. Insofern sind Politiker geborene Öffentlichkeitsarbeiter. Dagegen ist auch gar nichts einzuwenden. Es sei denn natürlich, die Sache wird so schrecklich übertrieben, wie es Peer Steinbrück gerade mit der scheibchenweisen Vorstellung seines sogenannten Kompetenzteams tut. Das ist Krampf. Wahlkrampf.

Alle paar Tage zaubert Steinbrück ein paar neue potentielle Minister hervor. Warum eigentlich? Weil er nicht in der Lage ist, die alle auf einmal zu benennen? Weil mancher davon hinter den Kulissen erst noch schnell die Familie vom sensationellen Karriere-schritt in Kenntnis setzen muss? „Du hör mal, ich werde jetzt Kompetenzteammitglied!“


Nein, es geht natürlich darum, mit jeder neuen Hervorzauberung noch einmal neu in die Medien zu gelangen. Denen bleibt auch gar nichts anderes übrig, als artig darüber zu berichten. Wobei sich die Artigkeit zunehmend in Grenzen hält, weil eine derart platte und nervige Öffentlichkeitsstrategie sehr durchschaubar ist, sehr anstrengend und sehr, sehr überflüssig.


Am Ende zählt nämlich auch bei der Öffentlichkeitsarbeit die Klasse und nicht die Masse. Und auch und gerade in der Politik führt am Ende nur die Klasse zu Masse. Also bei den Wählerstimmen.


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