20.03.2012

Röttgen ratlos

Der Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen hat noch gar nicht richtig begonnen, da ist CDU-Spitzenkandidat Norbert Röttgen schon dabei, die Sache zu vergeigen. Nicht etwa mit seiner Entscheidung, sich nicht zu entscheiden, ob er auch bei einer Wahlniederlage in den Landtag wechselt, sondern vielmehr mit seinem kompletten Unvermögen, diese Entscheidung vernünftig zu kommunizieren.

Es gibt ja durchaus auch für die Position Röttgens ein paar gute Argumente. Würde Nordrhein-Westfalen wirklich profitieren, wenn er Oppositionsführer werden würde? Oder kann er nicht als Mitglied der Bundesregierung viel mehr für sein Bundesland tun? Macht es nicht auch Sinn, in Ruhe die Wahl abzuwarten und dann auf dieser Grundlage die bestmögliche Entscheidung zu treffen? Geht die CDU mit der ganzen Diskussion nicht dem politischen Gegner auf den Leim und Röttgen macht das richtigerweise nicht mit?


Könnte man jedenfalls öffentlich durchaus so vertreten. Nur warum bitte macht Röttgen das nicht? Warum tritt er für seine Entscheidung nicht ein? Warum müssen das andere für ihn tun? Und warum schafft er damit erst die Möglichkeit für die Fortsetzung einer Diskussion, die ihm und seiner Partei nur schaden kann?


Die Antwort ist relativ klar: Weil Röttgen trotz vieler, vieler Jahre in der Politik und damit auch in der Öffentlichkeit offensichtlich immer noch nicht verstanden hat, wie diese Öffentlichkeit funktioniert. Und deswegen steht er jetzt als selbstsüchtiger Egoist da, der nur halbherzig in den Wahlkampf zieht. Übrigens selbst dann, wenn er dem Druck noch nachgeben und dann doch noch erklären sollte, er wolle in den Landtag rein und nie, nie, nie wieder nach Berlin. Dabei ist er ja womöglich gar nicht selbstsüchtig.


Und was lernen wir daraus? Für seine Position muss man eintreten. Selber. Öffentlich. Immer wieder. 


Mehr über...
Notizbuch, Öffentlichkeit, Politik,