10.12.2015

Pssst!!!

Kommunikation heißt: Wir tun etwas. Wir sagen etwas. Wir machen etwas. Wir reagieren auf etwas. Wir stoßen etwas an. Wir formulieren etwas. Wir berichten etwas. Alles richtig. Keine Frage. Aber manchmal ist Schweigen auch nicht schlecht. Und das ist durchaus auch Kommunikation. Und zeigt ebenfalls Wirkung.

Nein, mir geht es nicht um den Helmut-Kohl-Klassiker, eine Sache einfach auszusitzen. Es geht mir darum, dass es gelegentlich sehr hilfreich ist, in Ruhe über etwas nachzudenken und sich am Ende dafür zu entscheiden, einfach mal die Klappe zu halten.

 

Und damit meine ich derzeit vor allem uns Journalisten. Wem hilft es, jeden Dreck, den ein AFD-Politiker oder ein Pegida-Anhänger hinauskräht, sofort der ganzen Republik zu berichten? Außer den AFD-Politikern natürlich und den Pegida-Anhängern. Oder: Wem hilft es eigentlich, rund um die Uhr und mit Liveblogs über die Jagd nach Terroristen zu berichten? Außer natürlich den Terroristen, die so noch mehr Angst und Schrecken verbreiten können und obendrein aktuell über den Stand der Fahndung informiert werden.

 

Ich finde, wir Journalisten neigen ein wenig zu sehr dazu, erst zu handeln und dann zu denken. Umgekehrt ist aber besser. Und deswegen macht ab und an auch das hier Sinn: „Pssst!“

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