13.12.2012

Papst Twitter I.

Ein Unternehmen muss kommunizieren. Und es muss dabei die ganze Palette der modernen Kommunikationsmöglichkeiten nutzen. Die Katholische Kirche ist (unter anderem) ein Weltkonzern. Klar, dass da auch der Chef Öffentlichkeitsarbeit machen muss. Aber muss er wirklich auch twittern?

„Liebe Freunde! Gerne verbinde ich mich mit euch über Twitter. Danke für die netten Antworten. Von Herzen segne ich euch!“ Das war der erste Tweet von Papst Benedikt XVI.. Eigenhändig in ein iPad getwittert. 


Ja, im Grundsatz ist das natürlich richtig, dass sich ein Unternehmen wie die Katholische Kirche der Moderne nicht verschließen darf. Nur, und das sage ich jetzt durchaus auch als Katholik, eigentlich verschließt sie sich ja doch. Und zwar in vielen Grundsatzfragen. Die inhaltliche Starre kriegt sie aber durch modernistisches Getwitter nicht wirklich übertüncht. Sie spielt die Moderne also eigentlich nur. Fehlt nur noch, dass der Papst nach dem Tweet vor den Kameras der Weltöffentlichkeit noch ein wenig Angry Birds spielt.


Nun geht es in diesem Notizbuch nicht um den Zustand der Katholischen Kirche, es geht vielmehr um Kommunikation in der Öffentlichkeit. Was ist also die Lehre (fast hätte ich ja „Leere“ geschrieben)? Die Form der Kommunikation muss zu den Inhalten passen. Und deswegen ist eben nicht alles, was heutzutage technisch möglich ist, für jedes Unternehmen oder für jeden Verband auch gleichermaßen sinnvoll. Ich jedenfalls werden die Meldungen von Papst Twitter I. ungelesen lassen.