03.08.2010

Öffentlichkeitsarbeiter

Um den Job ist keiner wirklich zu beneiden, um den des Pressesprechers. Ständig droht man zwischen allen Stühlen zu sitzen, es niemandem recht zu machen. Jetzt wurde Regierungssprecher Ulrich Wilhelm verabschiedet. Und der hat das Kunststück fertig gebracht, auf einem undankbaren Posten richtig beliebt zu werden.

Rappelvoll war es in der Bundespressekonferenz bei der Abschlussvorstellung von Wilhelm, der neuer Intendant des Bayerischen Rundfunks wird. Nicht, weil die Themen besonders brisant gewesen wären, sondern weil die versammelten Journalisten ihm sozusagen ihren Respekt erweisen wollten.

Und das will etwas heißen. Denn fast fünf Jahre lang musste Wilhelm öffentlich eine Politik verkaufen, die zumindest in den vergangenen Monaten immer schwieriger zu verkaufen war. Und trotzdem waren alle mit ihm zufrieden. Er hat keinen angelogen. Er war immer gut informiert. Er hat das Mögliche möglich gemacht. Was will man mehr von einem Pressesprecher?

Gut, eine Sache hat auch er nicht geschafft, nämlich die derzeit desolate Regierungsarbeit besser darzustellen als sie ist. Oder sollte er es womöglich doch geschafft haben? Dann allerdings müssen wir alle noch einmal richtig nachdenklich werden.

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