04.09.2012

Niemand ist perfekt

Davon träumt man natürlich in der Öffentlichkeit: In einer schwierigen Situation alles richtig zu machen. Richtig zu entscheiden. Und dann die richtige Entscheidung nach richtig und verständlich und von allen akzeptiert nach draußen zu kommunizieren. Aber es gibt eben Fälle, in denen das ganz offensichtlich nicht geht. Der des 1.FC Köln und seines Spielers Kevin Pezzoni ist so ein Fall.

Pezzoni ist von Anhängern der eigenen Mannschaft mit Gewalt bedroht worden. Daraufhin haben Mannschaft und Spieler den Vertrag aufgelöst und Pezzoni spielt künftig nicht mehr für Köln. 


Der Verein hat nach eigener Meinung alles richtig gemacht. Darüber kann man – vorsichtig ausgedrückt – heftig streiten. Aber der Verein hat seiner Meinung nach nicht nur alles richtig gemacht, er hat genau dies auch so in seiner Öffentlichkeitsarbeit vertreten. Und das ist natürlich ein katastrophaler Fehler. Eine sehr umstrittene Entscheidung nach außen als die einzig richtige zu verkaufen, das wirkt schon sehr verbohrt.


Nein, in diesem Fall gibt es nicht die perfekte Medienstrategie. Die gibt es deswegen nicht, weil es keine perfekte Strategie insgesamt gibt. Und die wiederum gibt es nicht, weil die Geschichte so unfassbar ist, dass sie alle Beteiligten erst einmal nur ratlos machen kann.


Und genau das hätte der FC in seiner Öffentlichkeitsarbeit ruhig sagen können. Dass der Verein erst einmal ratlos gewesen ist. Dass man keine wirklich Antwort gewusst habe. Und dass man am Ende zumindest versucht habe, das Richtige zu tun. 


Aber dazu gehört natürlich Selbstbewusstsein, öffentlich zuzugeben, dass man gerade so gar keinen Anlass zu Selbstbewusstsein hat.