20.02.2013

Lob der Langeweile

Man muss der Frau nur ins Gesicht sehen und schon möchte man gähnen. Angela Merkel. Nicht nur mit ihrem Blick, erst recht natürlich mit ihrer Politik hat sie ein ganzes Land zum Wegnicken gebracht. Das jedenfalls wird ihr häufig vorgeworfen. Was natürlich Quatsch ist. Denn von Angela Merkel kann jeder lernen, der in der Öffentlichkeit agiert.

Die Frau ist wie sie ist. Nein, durchaus nicht langweilig. Aber es wirkt immer ein wenig so. SIE wirkt immer ein wenig so. Sie ist halt wie sie ist. Und sie hat nie versucht, anders zu wirken. Sie hat nie versucht, eine Show zu veranstalten. Oder klüger zu gucken. Oder dynamischer zu gehen. Angela Merkel ist etwas, was in der Politik und in der Öffentlichkeit immer seltener wird. Sie ist – weitgehend – authentisch.

Und genau das ist Teil ihres Erfolges. Wir hier in Deutschland haben nämlich eine grundlegende Skepsis gegenüber Schaumschlägern. Jedenfalls dann, wenn es um wichtige Dinge geht und nicht ums RTL-Programm.

Nein, das heißt jetzt nicht, dass ich jedem, der in der Öffentlichkeit zu tun hat, rate, sicherheitshalber etwas langweiliger zu sein, als er oder sie tatsächlich ist. Ich rate nur, etwas authentischer zu sein. Etwas echter. Etwas ehrlicher. Gähn.


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