Kurz und knapp

Ja, das hören wir ständig. Nicht so lange reden. Nicht so lange schreiben. Hurtig auf den Punkt kommen. Aber es geht noch um etwas ganz anders. Nämlich darum, zu begreifen, dass es nicht wirklich Sinn macht, hochkomplizierte Sätze zu bauen, wie sie die deutsche Sprache eben möglich macht, ohne aber dabei zu bedenken, dass es für unser Gegenüber häufig kaum zu leisten ist, sich in unseren endlos langen Sätzen nicht zu verirren und darüber nicht den Faden zu verlieren und unsere Botschaft hoffentlich dann doch noch irgendwie mitzukriegen.

So, und jetzt den letzten Satz noch einmal verständlich: Die deutsche Sprache macht hochkomplizierte Sätze möglich. Nur machen die überhaupt keinen Sinn. Denn unser Gegenüber kann uns durch diese Sätze gar nicht folgen. Und bekommt am Ende unsere Botschaft auch gar nicht mit. Das waren jetzt lauter Hauptsätze.

 

Franz Müntefering hat das immer wieder gerne so formuliert: „Ich kann nur Hauptsätze!“ Und Müntefering war und ist einer der besseren Redner in diesem Land. Natürlich kann der auch Nebensätze. Und selbstverständlich ist gegen die auch nicht wirklich etwas einzuwenden. Aber wichtig ist und bleibt: Sätze sollten so kurz und knapp wie möglich sein. Nur dann sind sie effektiv. Nur dann werden wir verstanden.

 

Alles andere ist Unvermögen oder Unsicherheit oder Angeberei. Und nichts davon macht sie sympathisch.

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