18.03.2010

Krawallbrüder

In der Öffentlichkeit will man gehört werden. Erst recht dann, wenn man Politiker ist. Um gehört zu werden, muss man sich Gehör verschaffen. Und je lauter das Rumoren ist, desto lauter muss der Löwe brüllen. Scheinen zumindest manche Politiker zu denken.

Nur zur Erinnerung: CDU/CSU und FDP regieren dieses Land. Angeblich sogar gemeinsam. Obwohl es daran derzeit ziemliche Zweifel gibt. Jetzt hat der FDP-Fraktionsvorsitzende im schleswig-holsteinischen Landtag Wolfgang Kubicki so richtig hingelangt. Der Mann ist ohnehin nicht für leise Töne bekannt.

In einem Interview in der Zeit erklärte er, wenn die FDP bei der Landtagswahl in NRW gut abschneide, brauche Kanzlerin Angela Merkel eine warme Winterjacke. Man halte sich nicht mehr an Schmusekursabsprachen. Und mit Blick auf CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt forderte Kubicki „Feuer frei von jedem". Überhaupt werde auf die CSU drauf gehauen, „bis die Schwarte kracht".

Und CSU-Chef Horst Seehofer müsse man mal fragen: „Hat Ihre Abneigung gegen die Kopfpauschale auch damit zu tun, dass Ihre Familienplanung etwas aus dem Ruder gelaufen ist?" Worauf sich CSU-General Dobrindt nicht lumpen ließ und so zurückgekeilt hat: Kubicki sei ein Quartalsspinner, dem wohl die Schweinegrippe aufs Gehirn geschlagen habe.

Im richtigen Leben würde man sich für solche Äußerungen womöglich gegenseitig verklagen. In der Politik aber scheinen immer mehr Menschen zu denken, dass der schlechte Ton der gute Ton ist. Irrtum.

Mehr über...
Notizbuch, Politik,