Keine Frage(n)

Ein Vortragsredner sollte so nah wie möglich bei seinem Publikum sein. Keine Frage. Aber nicht jedes Mittel ist dazu wirklich geeignet. Gerne zum Beispiel werden Vorträge und Präsentationen mit dem Hinweis begonnen, die Zuhörer könnten selbstverständlich jederzeit unterbrechen, wenn etwas unklar sei. Damit aber ist das Chaos vorprogrammiert.

Natürlich haben Ihre Zuhörer Fragen. Natürlich können Sie die nicht alle erahnen. Selbstverständlich wird Ihr Vortrag die nicht alle beantworten. Aber klar sollen die Leute Fragen stellen können. Allerdings erst dann, wenn Sie fertig sind.

 

Wer zu Unterbrechungen einlädt, der wird auch unterbrochen. Und zwar vorzugsweise von dem aufgeblasenen Heini in Reihe 2, der seine Arme über die Lehnen der Nachbarstühle gelegt hat und so gleich drei Plätze blockiert, um seine Wichtigkeit zu unterstreichen. Und Sie können ihm noch nicht einmal einen Vorwurf machen. Sie haben zu der Störerei schließlich selber eingeladen. Und schon sind Sie nach wenigen Minuten meilenweit vom Vortragskurs abgekommen.

 

Selbst gut gemeinte Zwischenfragen stören in Wirklichkeit. Denn oft genug wird nach etwas gefragt, was Sie ohnehin noch später angesprochen hätten. So aber gerät die Reihenfolge durcheinander, gerät die wohl durchdachte Struktur Ihres Vortrages durcheinander, geraten Sie durcheinander.

 

Deshalb: Lassen Sie besser keine Zwischenfragen zu. Erklären Sie gleich zu Beginn, dass im Anschluss Ihres Vortrages ausreichend Zeit für Nachfragen und Diskussion ist. Da haben die ihren Platz. Aber vorher nicht. Noch Fragen? Dann bitte jetzt. Denn jetzt bin ich fertig.

Mehr über...
Vortrag, Kommunikation,