09.10.2012

Eiertanz

Es gibt viele Tänze, die sehen richtig prima aus. Vorausgesetzt natürlich, man kann tanzen. Und dann gibt es einen Tanz, den kann keiner vernünftig tanzen. Den Eiertanz. Bei dem sieht jeder schrecklich aus. Das kann man gerade prima bei Peer Steinbrück beobachten.

Vier Reden hat der SPD-Kanzlerkandidat in den vergangenen drei Jahren im Bundestag gehalten. Und in der gleichen Zeit gegen richtig viel Geld 70 Vorträge außerhalb des Bundestages. Das ist völlig in Ordnung. Das ist völlig legal. Und es ist sogar wünschenswert, dass ein Politiker versucht, auch außerhalb des Bundestages für seine Argumente zu werben. Von mir aus auch gegen Geld. Ich halte Politiker nicht wirklich für überbezahlt.


Aber warum bitte muss Steinbrück ein derartiges Geheimnis aus der Höhe der Honorare machen? Waren die derart unanständig hoch? Warum soll es noch Wochen dauern, bis er Namen und Durchschnittshöhe nennt? Warum denn bloß die Durchschnittshöhe und nicht die einzelnen Beträge? Vor allem aber: Warum merkt eine intellektuelle Spitzenkraft wie Peer Steinbrück nicht, dass das völlig blöd ist? 


Nein, in solchen Situationen hilft es überhaupt nichts, sich auf Recht und Gesetz zu berufen. In solchen Situationen gilt: Wer aus einer Sache ein Geheimnis macht, der erweckt den Anschein, er habe etwas zu verbergen. Und deswegen hilft nur die völlig Offenheit bei der Öffentlichkeitsarbeit. Es sei denn natürlich, man hat tatsächlich was zu verbergen.