07.08.2012

Am Fenster

Wer sich in der Öffentlichkeit bewegt, der tut das in der Regel mit der gebotenen Vorsicht. Man weiß ja nie, was einem da so passieren kann. Wie wer auf was reagiert. Nein, da lehnt man sich besser nicht aus dem Fenster. Und wundert sich dann anschließend, dass man so gar nicht wahrgenommen wird.

Um mal in dem Fensterbild zu bleiben. Wer in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden will, der muss zunächst einmal das Fenster aufmachen. Das heißt, er muss bereit sein, an die Öffentlichkeit zu gehen. Dann muss er sich aber auch aus dem Fenster lehnen. Das heißt, er muss bereit sein, der Öffentlichkeit auch wirklich etwas mitzuteilen. Und ja, er sollte tunlichst auch noch mehr oder minder laut dabei schreien. „Hallo, hier bin ich. Ich lehn mich gerade aus dem Fenster, weil ich Ihnen etwas sagen will!“


Und wenn das, was dann gesagt wird, auch tatsächlich noch halbwegs interessant ist, dann, aber auch nur dann, besteht eine Chance, dass sich unten auf der Straße die Leute anstupsen und zu Ihnen am Fenster hochzeigen und vielleicht sogar zuhören.


Gut, es gibt natürlich auch noch die Variante, einen Eimer Wasser aus dem Fenster zu kippen. Das schafft immer Aufmerksamkeit. Aber so mancher, der einen Eimer Wasser auf dem Fenster kippt, um Aufmerksamkeit zu erzielen, endet auf dem Trockenen. Einfach, weil die Leute nicht gern nass gemacht werden.