01.03.2012

Dienst nach Vorschrift

Heute ist es mir wieder passiert. Ich stehe erkältet in der Apotheke und bitte um eine Flasche Hustensaft. Der Apotheker klaubt sie aus dem Regal, stellt die Pulle auf den Tresen und stellt die unfassbar einfühlsame Frage: „Wissen Sie, wie man den nimmt?“ An der Stelle könnte ich immer schreien. Denn dieser Dienst nach Vorschrift ist völliger Quatsch.

Ja, heutzutage sind wir alle trainiert. Wir kennen das Spiel. Der Kunde will umschmeichelt sein. Dem muss ich einen Zusatzservice anbieten. Dann freut der Kunde sich und kommt wieder und wieder und wieder.


Irgendwie bin ich so ein Kunde nicht. Jedenfalls dann nicht, wenn der angebotene Zusatzservice völliger Humbug ist. Ich bin auch schon gefragt worden, ob ich weiß, wie man Aspirin nimmt. Meine Antwort ging so: „Nein, ich hab zum ersten Mal in meinem Leben Kopfschmerzen!“


Kommunikation in der Öffentlichkeit muss mehr sein als tumbes Abarbeiten von 08/15-Fragen. Nicht nur in der Apotheke. Überall. Und in der Apotheke kaufe ich beim nächsten Mal auch noch drei Meter Pflaster. Doch, ich weiß, wie man das benutzt. Immer draufkleben. Auf den Mund des Apothekers.