19.04.2018

Geschenke

Früher hieß das ja so: „Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft!“ Und das hieß nicht nur so, das funktionierte auch so. Für uns Journalisten begann deswegen das Weihnachtsfest schon Wochen vorher und wir konnten uns vor kleinen Aufmerksamkeiten kaum retten. Das hat sich grundlegend geändert. Und das ist auch gut so.

Ich will ehrlich sein: Das hatte natürlich was, wenn sich die Redaktionstische unter den Geschenken all der Unternehmen, Verbände, Vereine, Parteien und sonstigen Organisationen bogen. Der Rotwein reichte für das nächste halbe Jahre. Irgendwann war sogar mal eine Mini-Stereoanlage dabei. Wir wurden durchaus einfallsreich beschenkt. 


Natürlich nicht, weil wir so nette Kerle waren, sondern mit dem konkreten Interesse, uns für die weitere Berichterstattung gewogen zu stimmen. Irgendwann ist zum Glück beiden Seiten aufgefallen, dass das so nicht geht. Weswegen in den meisten Redaktionen inzwischen klar geregelt ist, dass Geschenke so gut wie nie angenommen werden dürfen. Und umgekehrt auch kaum noch jemand was schenkt, weil es eben allzu platt ist.


Eine Variante gibt es allerdings inzwischen immer häufiger, und die finde ich richtig gut. Ich kriege keine Geschenke mehr. Aber im Weihnachtsgruß wird mir mitgeteilt, dass stattdessen eine soziale Einrichtung beschenkt worden ist. Weiter so!


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