19.04.2018

Regierungssprecher

Steffen Seibert ist jetzt seit fast einem Jahr Regierungssprecher. In der Aufgabe sagt er eine Menge. Nur zu sagen hat er leider nicht viel. Das ist das Sprecher-Problem. Und das gibt es nicht nur bei der Bundesregierung. Das gibt es überall dort, wo Behörden und Organisationen und Unternehmen nicht richtig geklärt haben, was der Sprecher eigentlich machen soll.

Ich kann mich gut an den Sprecher eines großen deutschen Unternehmens erinnern, dem ich vor vielen Jahren mal eine ganz simple Frage gestellt haben. Nämlich die, ob der Aufsichtsrat zu einem ganz bestimmten Termin tagen würde. Die Antwort habe ich nie vergessen. Sie lautete: „Ich bin nicht befugt, Ihnen mitzuteilen, wann sich unser Aufsichtsrat trifft.“ Anschließend hat er sich wahrscheinlich darüber gewundert, warum ich in der Berichterstattung nicht mehr ganz so nett gewesen bin.


Ein Sprecher braucht Rückhalt. Und den braucht er auf beiden Seiten. Das Unternehmen muss seinen Sprecher ernst nehmen. Denn nur dann nehmen ihn die Journalisten ernst. Zu dumm nur, dass das immer wieder vergessen wird.

Mehr über...
Notizbuch,