15.06.2011

Ja, aber

Wir alle haben gerne Antworten. Klar, deutliche, unmissverständliche Antworten. Und wenn es um den Umgang mit den Medien geht, dann ist das der Standardratschlag: Geben Sie – wenn es denn irgendwie geht – genau solche Antworten. Aber nicht immer geht das, wie der Fall EHEC zeigt.

Die Gurke war es! Nein, die Gurke war es doch nicht! Aber die Gurke war auch belastet! Aber anders belastet! Salat und Tomaten sollte man auch nicht essen! Nein, die Sprossen waren es! Wahrscheinlich jedenfalls! Doch, ganz bestimmt waren sie das!


Da ist mancher Verbraucher schwer verunsichert worden in den vergangenen Wochen und manche Medien haben das den zuständigen Behörden und Politikern dann auch prompt angekreidet. Völlig verunglückte Informationspolitik, so hieß es da.


Das drückte zwar die Grundstimmung vieler Bürger aus, war genau besehen aber völliger Quatsch. Der EHEC-Erreger meldet sich nicht freiwillig zu Wort und sagt: „Guten Tag, ich wollte mich nur vorstellen. Ich bin der Erreger. Wo bitte geht es hier zum zuständigen Robert-Koch-Institut?“ Die Ermittlungen waren kompliziert. Und da die Lage gefährlich war, blieb den Zuständigen gar nichts anderes übrig, als auch ihr Halbwissen, die nicht vollständig geklärte Lage, die Vermutung öffentlich zu machen. Man stelle sich vor, vor Salat wäre nicht gewarnt worden und der genau wäre es dann gewesen. Nicht auszudenken.


Deswegen gilt: Ja, geben Sie klare, deutliche, unmissverständliche Antworten. Und wenn Sie die nicht haben, dann geben Sie die Antworten, die Sie geben können. Und weisen Sie daraufhin hin, dass Sie am Rest hartnäckig arbeiten.


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