19.04.2018

Die (Ohn-)macht der Bilder

Es sind entsetzliche Ereignisse in Japan. Und es sind entsetzliche Bilder, die uns Tag um Tag aufs Neue erreichen. Normalerweise redet man von der Macht der Bilder. Aber derzeit besteht, so denke ich, die Macht der Bilder vor allem darin, uns unserer Ohnmacht bewusst zu werden.

Schneisen der Verwüstung. Hunderte von Autos, die in Reih und Glied verbrannt sind. Ein Kampfjet, der in ein Gebäude gedrückt worden ist. Die Hand, die aus Trümmern empor ragt. Das Schiff, das ausgerechnet auf dem Dach des einzigen Haus steht, das weit und breit nicht eingestürzt ist. Trümmer, soweit das Auge reicht.

Aber manchmal sind es gerade die kleinen Bilder, die einen besonders treffen. Nicht die, die großflächig die Verheerungen zeigen. Das Bild, das mich am meisten getroffen hat, ist das des kleinen Jungen, der mit einem Geigerzähler auf Radioaktivität untersucht wird. Und der die Hände in die Luft reckt, so als wolle er sagen: „Ich ergebe mich!"

Das ist nicht in Worte zu fassen. Das ist die Macht der Bilder. Und das ist unsere Ohnmacht.

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