25.11.2010

Die armen Pressesprecher

Über den Umgang von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble mit seinem Pressesprecher ist ausführlich berichtet worden. Aber das Problem ist größer: Viele Pressesprecher haben unter ihren Chefs zu leiden.

Mir hat mal ein ehemaliger Pressesprecher gesagt: „Bei uns war es so: Bei allen guten Nachrichten gingen die Chefs persönlich vor die Presse. Bei den schlechten Nachrichten musste immer ich als Pressesprecher ran."

So geht das natürlich nicht. Denn wenn sich der Chef auf Dauer drückt und seinen Pressesprecher vorschickt, dann wird genau das irgendwann zum Thema der Berichterstattung. Und das schadet dem Unternehmen, schadet der Organisation erst recht.

Wenn Sie einen Pressesprecher beschäftigen, dann muss Ihnen immer klar sein, dass der mit beiden Seiten können muss. Mit Ihnen. Und mit den Journalisten. Und wenn Sie ihm dazu nicht die Möglichkeit geben, dann steht nicht nur der Pressesprecher auf verlorenem Posten, dann stehn da auch Sie.

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