19.04.2018

Billig

Der Autovermieter Sixt ist berühmt-berüchtigt für seine freche Werbung. Immer wieder tauchen die Gesichter von Prominenten auf, die vorher ganz sicher nicht um ihre Einwilligung gefragt worden sind. Das Ziel ist klar: Die öffentliche Debatte über die Frechheit ist für das Unternehmen kostenlose Werbung. Jetzt gab es einen neuen Coup.

Die Gegner des Castor-Transports haben bei ihren Protesten viele Plakate und Banner in die Kameras gehalten. Auf einem war das hier zu lesen: „Stoppt teure Transporte! Mietet Van & Truck von Sixt." Nein, da steckten natürlich keine Demonstranten hinter. Da steckte Sixt selbst dahinter und wollte demonstrieren, dass man vor nix zurückschreckt, um sich immer wieder ins Gespräch zu bringen.

Hat natürlich auch geklappt. Auch ich schreibe gerade völlig kostenlos für Sixt diese Zeilen darüber. Ja, auch so kommt ein Unternehmen in die Medien. Aber das muss man natürlich wollen: den Ärger drumherum billigend in Kauf zu nehmen. Deswegen traut sich das kaum jemand. Und deswegen ist Sixt mit seinen – im wahrsten Sinne des Wortes – billigen Provokationen seit Jahren so erfolgreich.

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