Liebe Dichter,

mit Reimen kann man bekanntlich prima schleimen. Wobei es ja so ist, dass sich manches Wort besser zum Reim eignet als andere. Nehmen wir zum Beispiel die Liebe. Um die geht es in Gedichten ja häufiger. Doch was bitte reimt sich auf Liebe? Triebe. Klar. Hiebe. Aber das lassen wir besser. Was reimt sich noch auf Liebe? Sie merken schon, ich bin kein Goethe.

Umso mehr war ich überrascht, als sich kürzlich das Wort Holmenkollen in meinem Kopf festgesetzt hat. Ich habe keine Ahnung, wie es dahin gekommen ist. Der Holmenkollen ist bekanntlich ein bei Wintersportlern beliebter Berg bei Oslo. Ich kann Wintersport nicht ausstehen. Ich war noch nie in Oslo. Ich stand wie der Ochs vorm Holmenkollen. Aber da war er nun einmal in meinem Kopf.

Damit noch nicht genug. Wie das Wort so in meinem Kopf hin- und herkollerte, fiel mir plötzlich auf, wie reimtauglich es ist. „Wir wollen auf den Holmenkollen." Oder für alle, die da, wie ich, gar nicht hinwollen: „Wir sollen auf dem Holmenkollen." Oder auch: „Zum Holmenkollen sollen wir uns trollen."

Und dann war ich nicht mehr zu stoppen. „Nicht nur die Ollen sollen sich zum Holmenkollen trollen." Und wer einmal oben ist, der muss natürlich auch wieder runter: „Vom Holmenkollen kann man runterrollen. Und sich dabei wer weiß was hollen." Gut, hollen ist jetzt eher mit der Schraubzwinge gereimt. Weswegen ja bekanntlich die alte Weisheit gilt: „Gerade auch am Holmenkollen kann man über schlechte Reime schmollen."

Sicherheitshalber habe ich es zwischendurch noch einmal mit der Liebe versucht. „Wenn ich mein Hirn durchsiebe – find ich nur Liebe." Und dann waren da ja noch die Triebe und die Hiebe. Und schiebe. Aber an dem dazugehörigen Satz bastele ich noch immer. Der wird und wird nicht fertig.

Ganz anders der Holmenkollen. „Gern werf ich vom Holmenkollen stinkende Kartofellknollen. Ob die nun wollen oder sollen, die müssen dann zu Tale rollen. Dort warten schon die Ollen, die wieder mal vor Kohldampf schmollen und sich dann anschließend nach Hause trollen. Da gibt’s dann was auf die Bollen."

Ja, ich weiß, am Versmaß muss ich noch ein wenig arbeiten. Und wie ich die Liebe den Berg hochkriege, auch das weiß ich noch nicht. Aber ich habe schon eine Reise nach Norwegen gebucht. Und Sie könnten mir bis dahin für den Holmenkollen vielleicht mal Beifall zollen.

Ihr Poet

Tom Hegermann

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